Wurzelentwicklung in Abhängigkeit vom Pflanzverfahren (2007)

Inst. f. Bodenkunde, Uni Trier Az.: Trier 01/07

 

Zielsetzung:

Nach dem Stürmen 1990 und 1991 wurden größere Windwurfflächen mit verschiedenen Pflanzverfahren aufgeforstet. Die Untersuchungen sollen zeigen, wie sich die Wurzeln der gepflanzten Bäume in Abhängigkeit vom Standort und vom Pflanzverfahren mittelfristig entwickeln. Es gab bereits in der Anfangsphase des Versuches Untersuchungen zur initialen Wurzelentwicklung. Diese Befunde bilden nun eine gute Basis zur Erfassung der weiteren Wurzelentwicklung und Bodenveränderung seit Aufforstungsbeginn im Sinne einer echten Zeitreihe.

 

Methoden:

Versuchsfläche auf einem Standort im Soonwald (Pseudogley-Braunerde aus lösslehmhaltiger Fließerde – Hauptlage – über einer schutthaltigen Fließerde aus Quarzitverwitterung – Basislage-) mit folgenden Pflanzverfahren: Erdbohrgerät, Baggerpflanzung, Pein-Plant mit Erdbohrgerät und Klemmspaten, KROHN-Fräse, Rotree)
Bodenphysik: Rohdichte, Gesamtporenvolumen, Porengrößenverteilung, Luftleitfähigkeit, Wasserleitfähigkeit, Eindringwiderstand, Korngrößenanalyse
Boddenchemie: pH, C%
Wurzeln: Totalausgrabung – Beschreibung – Messung – Foto – Wurzelvolumen – gravimetrische Bestimmung der Feinwurzelmasse (4 Bäume/Variante, Baumart und Standort)
Baumentwicklung: Baumhöhe, BHD, Schaftholzvolumen

 

Ergebnisse:

Bodenphysik: Die bodenphysikalischen Eigenschaften bleiben im bearbeiteten Bereich positiv verändert (mehr Grobporen, verbesserte Luft und Wasserleitfähigkeit, höhere Wasserspeicherkapazität
Bodenchemie: pH-Werte zeigen anhaltende kleinräumige horizontale und vertikale Heterogenitäten in den Bearbeitungsbereichen. Auf hohem Niveau anhaltend hohe C-Gehalte in den Pein-Plant Frässtreifen, niedrigere C-Gehalte in der Bagger- und Erdbohrgerät-Variante (verstärkter Humusabbau durch intensive Belüftung des Bodens)
Wurzelausbildung: Deutliche und für die Pflanzverfahren typische und über mehr als 15 Jahre anhaltende Wurzeldeldeformationen (an 40% der ausgegrabenen Wurzeln) - Erdbohrgerät =Blumentopfeffekt, keine Tiefenerschließung-Baggervariante = 2-D-Effekt, Wurzel verbleibt in der Baggerfurche – Fräsverfahren = rechtwinkliges Abknicken im gefrästen Bereich vor dem Übergang zum dichteren natürlich gelagerten Boden
Wurzelvolumen: sehr homogenes Wurzelvolumen bei der gepflanzten Buche, größtes Wurzelvolumen haben die naturverjüngten Buchen, das größte Wurzelvolumen bei den gepflanzten Buchen und Eichen finden sich im Pein-Plantfrästreifen mit Keilspatenpflanzung, besonders niedriges Wurzelvolumen bei Eichen in ungekalkten Pflanzlöchern.
Feinwurzelmasse: höchste Feinwurzelmasse bei Buchen und Eichen in
den Pein-Plantfrässtreifen mit Keilspatenpflanzung, geringste Feinwurzelmasse bei Buche und Eiche nach Baggerpflanzung
Wurzeltiefe: Überdurchschnittliche Wurzeltiefe nur bei naturverjüngten Buchen
Baumhöhen: geringste Baumhöhen in der Pein-Plant-Variante, stärkstes Höhenwachstum in den Baggervarianten
BHD: geringster BHD in der Pein-Plant-Variante, stärkster BHD in den Baggervarianten