Vergleichende Untersuchungen zum C-Vorrat in Böden nach Aufforstung

Inst. für Bodenkunde und Waldernährung, Uni Göttingen, Az.: 7V/02 n


Zielsetzung:

Die in Derbholz und anderen oberirdischen Baumteilen festgelegte Kohlenstoffmenge beträgt in Deutschland ca. 103,5 t/ha oder 1.050 Mio t. In dem Waldboden sind ungefähr die gleiche Menge gespeichert. Während sich für bestehende und heranwachsende Waldökosysteme der Kohlenstoffvorrat über Inventuren und Wuchsmodelle herleiten lässt, ist die Entwicklung des C-Speichers im Boden, insbesondere bei Neuaufforstungen, relativ wenig untersucht. Dies soll an Aufforstungsflächen unterschiedlicher Bestockung und mittels unechter Zeitreihen vorgenommen werden.


Methoden:

Auf 18 ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen in Niedersachsen, die die vorherrschenden Bodensubstrate widerspiegeln, wurden Aufforstungen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Bestockung ausgewählt. Zum Vergleich wurden benachbarte Agrarflächen beprobt. In dreifacher Wiederholung je Fläche wurden Bodensäulen bis zu einer Tiefe von 70 cm gewonnen und der Gesamtkohlenstoffgehalt gemessen. Dabei wurde auf Muschelkalkboden der karbonatbürtige Kohlenstoff berücksichtigt, um den organischen Anteil des Kohlenstoffvorrats zu ermitteln.


Ergebnisse:

  • Im Durchschnitt liegen in Waldböden bis zu 70 cm Bodentiefe 153t C/ha, dazu 20% in der Humusauflage (30t/ha); landwirtschaftliche Böden haben im Mineralboden 123t C/ha
  • Nadelbaumbestände weisen mit durchschnittlich 171t C/ha den größten C-Vorrat auf, während in Laubbaumbeständen und Agrarböden mit 115-120t C/ha etwa gleichviel Kohlenstoff gespeichert ist.
  • Der Mehrvorrat von insgesamt 50t C/ha unter Nadelwald resultiert überwiegend aus dem Kohlenstoff in der organischen Auflage (zum Vergleich: Laubwald 12 t/ha)
  • Im Unterboden (30-70 cm) liegt die C-Stoffkonzentration bei allen Nutzungsarten etwa gleich (6-7,5g C/kg), der Vorrat aufgrund höherer Lagerungsdichten bei Agrarböden etwa um 10t C/ha höher.
  • Mit zunehmender Bestockungsdauer lässt sich eine deutliche Zunahme der C-Speicherung beobachten (von 119,4 t/ha auf 193,0 t/ha im Alter 64); der Anstieg ist in den jüngeren Beständen auf Festlegung in der Humusauflage, bei den älteren sowohl auf Festlegung Würden z.B. 500.000 ha landwirtschaftliche Nutzflächen aufgeforstet, so könnten in Auflagen und Mineralböden dieser Flächen in 65 Jahren 32,5 Mio t C/ha festgelegt werden. Dies entspricht rund 0,2% des jährlichen Ausstoßes von 240 Mio t C in Deutschland.