Aufnahme und Analyse des Wachstums junger Eichen in den „Nester-Pflanz- versuchen“ Johanniskreuz (angelegt 1991) und Morbach (angelegt 1993) der Forstlichen Versuchsanstalt von Rheinland-Pfalz

Institut für Waldbau, Uni Göttingen, Az.: 13V/00 l


Zielsetzung:

Zur Begründung von Eichenbeständen auf extensiv geräumten Kahlflächen nach Windwurf unter weitgehender Einbeziehung natürlicher Sukzession wird das Verfahren der Nesterpflanzung nach SZYMANSKY diskutiert. Ziel der Untersuchung ist es, mit der Analyse von Höhenwachstum, Konkurrenzsituation, Mortalität und Aststärke eine erste Beurteilung dieses Verfahrens auf zwei Versuchsanlagen vorzunehmen.


Material und Methode:

Die Versuchsanlage in Morbach (Hunsrück) besteht aus 6 Versuchsparzellen á 0,25 ha auf unterschiedlich stark vernässtem Pseudogley und wurde 1993 angelegt. Die Versuchsanlage in Johanniskreuz besteht aus 2 Parzellen á 0,25 ha auf podsoliger Braunerde aus Sand des mittleren Buntsandsteins. Die Nester sind im Abstand von 7 x 7m verteilt. Jedes Nest umfasst 21 Eichen mit 2 Varianten: Variante I hat eine Nestfläche von 1 m² mit einem Pflanzenabstand von 0,25 x 0,25 m, bepflanzt mit einjährigen Traubeneichen. Variante II hat eine Nestfläche von 4 m² mit einem Pflanzenabstand von0,50 x0,50 m, bepflanzt mit 3jährigen (Morbach) bzw. 5jährigen Traubeneichen. In Johanniskreuz sind je 4 Buchen pro Nest an den Nestecken gepflanzt. Alle Versuchsflächen sind gezäunt. Zur Kennzeichnung der artenspezifischen Konkurrenzsituation durch Bäume der natürlichen Sukzession wurden die 10 höchsten Bäume je Nest betrachtet und mit dem Überragungswinkel als Konkurrenzindex charakterisiert. In Johanniskreuz wurden in jedem 2.Nest von allen herrschenden/vorherrschenden Eichen die Durchmesser der 3 stärksten Äste in der unteren Stammhälfte gemessen. Der jährliche Höhenwachstum wurde aus der Höhendifferenz seit der letzten Inventur (1996 bzw. 1997) ermittelt.


Ergebnisse:

3.1 Versuch Morbach
Der Konkurrenzdruck war am Nestrand deutlich größer als in der Mitte des Nestes. Absterbeerscheinungen waren allerdings bei vollständiger Überschirmung festzustellen. Auf dem 4 m²-Nestern konnten deutlich mehr Gehölze ab 20 cm Höhe Fuß fassen als auf den 1 m²-Nestern, wobei Fichte und Moorbirke dominieren.

3.2 Versuch Johanniskreuz
Neben der Sandbirke hat die Buche den höchsten Anteil an den Konkurrenten, was auf die Beipflanzung entsprechend dem Versuchskonzept zurückgeführt werden kann. Die Zentraleichen der 1m²-Nester haben eine signifikant, jedoch unbedeutend höhere Aststärke als die Eichen des Innen- und Außenringes. Deutlicher ist der Unterschied dagegen bei den 4 m²-Nestern, wobei die Zentraleichen dort die qualitativ besseren sind.