Untersuchung genetischer Variation im Hinblick auf Anpassungsvorgänge in zugelassenen Eichenbeständen auf Trockenstandorten in Rheinland-Pfalz


Uni Göttingen, Abt. für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung; Az.: Göttingen 05/10



Zielsetzung:
  
Die Untersuchung soll klären, ob in zur Saatguternte zugelassenen Eichenbeständen auf Trockenstandorten an der Mosel jahrzehntelange Anpassungsvorgänge zur Veränderung genetischer Strukturen im Hinblick auf Trockenstressreaktionen geführt haben. Kann diese nachgewiesen werden würde der Genpool dieser Eichenwälder eine wichtige „Sicherheitsreserve“ darstellen und Vermehrungsgut aus diesen Vorkommen wäre geeignet, zeitnah auf den Klimawandel zu reagieren.
Als Vergleich wurden zwei Eichenbestände auf frischem Standort untersucht. 


Methoden:

Für die Untersuchung wurde ein Set von Markern verwendet. Es besteht aus kernkodierten SSR´s, die im Hinblick auf Anpassungsvorgänge neutral sind, aus ausgewählten kernkodierten SSR´s, die direkt im Bereich von potentiell adaptiven Genen lokalisiert sind sowie einem Bereich des Dehydrin 3-Gens.
Insgesamt wurde von 300 Proben DNS extrahiert.
Grundlage für den Vergleich der genetischen Strukturen  der Eichen von  Trockenstandorten mit den Eichen von frischen Standorten waren die genetischen Strukturen (Häufigkeitsverteilung der Allele) an einzelnen Genorten.


Ergebnisse: 

Eine eindeutige genetische Differenzierung zwischen Eichen von Trockenstandorten und Eichen von frischen Standorten konnte weder für den Genpool noch für den Genort Dehydrin3 nachgewiesen werden. Lediglich ein Bestand auf frischem Standort weist einen größeren Unterschied zu allen anderen auf, sowohl was den Genpool als auch was den Genort Dehydrin-3 betrifft. Dies ist wahrscheinlich dem Vorhandensein von einem großen Anteil an Stieleichen geschuldet. Denn es deutet sich an, dass am Genort Dehydrin-3 die Stieleiche von der Traubeneiche differenziert ist.
Das Dehydrin3-Gen, das in einer vorhergehenden Untersuchung als möglicher Indikator für Adaptionsprozesse gesehen wurde, ist demnach doch nicht als direkter Indikator geeignet.

Die Untersuchung der genetischen Vielfalt (Anzahl der potentiell möglichen Genotypen) in den Beständen, als Kriterium für die Anpassungsfähigkeit von Populationen, lässt keinen Unterschied zwischen den „Trockeneichen“ und den Eichen des frischen Standortes erkennen. Damit ist eine gerichtete Einschränkung der genetischen Vielfalt in Trockeneichenvorkommen nicht festzustellen und die Verwendung von Saatgut aus diesen Beständen lässt keine genetische Einengung befürchten