Zusammenstellung der Ergebnisse aller genetischen Untersuchungen in rheinl.-pf. Herkunftsversuchen mit Trauben- und Stieleichen sowie der Eichenbestände, die als potenzielle Generhaltungsbestände  dieser Baumarten vorausgewählt worden sind


TU München, Fachbereich Forstgenetik; TU München 01/08


Zielsetzung:

Für die beiden heimischen Eichenarten Stieleiche (Quercus robur) und Traubeneiche (Q. petraea) sollten die genetischen Strukturen ermittelt werden, um (1) bei den untersuchten Provenienzversuchen die Nähe/Ferne ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen zueinander zu bestimmen und (2) bei den ausgewählten Stiel- und Traubeneichenbeständen geeignete Kandidaten für die Ausweisung von in situ-Generhaltungsbeständen festzulegen. Bei beiden Gruppen sollte zudem deren genetische Vielfalt im Vergleich zu genetischen Untersuchungen anderer Eichenpopulationen (Literatur) geprüft werden.


Methoden:

Untersuchungsmaterial: 

  • Stieleiche: 30 Herkünfte (jeweils um 100 Einzelbäume) sowie 12 Bestände (à 200 Einzelbäume)
  • Traubeneiche: 31 Herkünfte (jeweils um 100 Einzelbäume) sowie 15 Bestände (à 200 Einzelbäume)

 

Analytische Methode:
Isoenzymanalyse mit Stärkegelelektrophorese; 13 Enzymsysteme mit 18 Genmarkern

Datenauswertung:
gemäß Handbuch für Isoenzymuntersuchung bei Stiel- und Traubeneiche
populationsgenetische Daten entsprechend spezifischer Fachliteratur, u.a. GSED


Ergebnisse:

Mit Hilfe der verwendeten Genmarker lassen sich die untersuchten Populationen in den Kollektiven Herkunftsversuche bzw. Bestände für die beiden Eichenarten relativ gut voneinander unterscheiden, zeigen aber bei der dendrografischen Darstellung entsprechende Cluster. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die untersuchten Bestände und auch Herkünfte eine überdurchschnittlich große genetische Vielfalt gegenüber anderweitig untersuchten Eichenbeständen aufweisen.

Aus der Basis dieser Untersuchungen sind seit September 2007 9 Stieleichenbestände sowie 12 Traubeneichenbestände als in situ-Generhaltungsbestände ausgewiesen worden. Diese unterliegen einem besonderen Schutzstatus. Die als Versuchsflächen der FAWF ausgewiesenen Eichenbestände müssen als solche langfristig sichergestellt und intensiv kontrolliert werden. Es kann eine normale Bewirtschaftung gemäß naturnahem Waldbau erfolgen, jedoch kommt nur eine in situ-Verjüngung durch eigene Naturverjüngung des jeweiligen Bestandes in Frage. Es ist verboten, Saat- oder Pflanzgut aus anderen Eichenbeständen oder –herkünften einzubringen. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, können diese Bestände auch in die Kategorie der zukünftigen Generhaltungswälder überführt werden.