Verjüngungsstruktur in Douglasienaltbeständen der Naturwaldreservate „Grünberg“ (Pfälzer Wald) und „Eselskopf“ (Westeifel)


Inst. für Waldbau, Uni Göttingen Az.: Göttingen 09/06

 

Zielsetzung:

Der Anbau der Douglasie wird angesichts der damit verbundenen Chancen und Risiken kontrovers diskutiert. Ein Gesichtspunkt davon ist die Konkurrenzstärke der Douglasie im Verjüngungsstadium gegenüber vielen heimischen Baumarten mit der Gefahr ihrer Verdrängung. Dieser Frage gehen die Untersuchungen zur Verjüngungsstruktur der beiden Douglasien-Naturwaldreservate in Rheinland-Pfalz nach.

 

Methoden:

In den Kernflächen der beiden Naturwaldreservate werden jeweils auf 22 bzw. 24 Probekreisen die Verjüngungsstruktur (Höhen, Wurzelhalsdurchmesser und Abstände aller Bäume < 7 cm BHD) und die photosynthetisch aktive Strahlung unmittelbar über der Krone dieser Bäume aufgenommen. Es handelt sich in beiden Flächen um Naturverjüngungen ohne Eingriffe in den letzten 20 Jahren.

 

Ergebnisse:

Die Verjüngungsstruktur der untersuchten Douglasienrein- und -mischbestände in den beiden Naturwaldreservaten ist durch im Mittel 15jährige Bäume verschiedener Baumarten geprägt, unter denen die Douglasie sowohl in der Anzahl als auch in der Höhenentwicklung dominiert. Der Vergleich der Höhenzuwächse einzelner Baumarten zeigt einen deutlichen Einfluss des Trockenjahres 2003 auf die Höhenentwicklung und die Mortalität aller Baumarten. Buchen und Douglasien waren davon allerdings weit weniger betroffen, Fichten reagierten auf den Trockenstress jedoch mit erhöhter Mortalität und Zuwachsrückgängen.
Insgesamt erwies sich die Douglasienverjüngung im Vergleich zur Fichte als deutlich schattentoleranter, was sich in höheren Höhenzuwächsen unter vergleichbaren ungünstigen Lichtbedingungen deutlich zeigte. Diese wurde nur von Hainbuchen und Buchen übertroffen, die im Bereich unter 10 % von PARSF (Anteil photosynthetisch aktiver Strahlung im Vergleich zu Freilandwerten) wuchskräftiger waren als die Douglasien.
Abgestorbene Bäume aller Baumarten fanden sich vor allem unter ungünstigen Beleuchtungssituationen. Der Einfluss der Nährstoffversorgung spielte dagegen eher eine untergeordnete Rolle.
Die Ergebnisse zeigen, dass Douglasie im Vergleich zu Fichte schattentoleranter, trockenstresstoleranter und anspruchsloser gegenüber der Nährstoffversorgung des Standortes ist, belegt aber gleichzeitig, dass sie zwar ein starker Konkurrent für andere Baumarten ist, diese jedoch nicht vollständig „ausschaltet“, sondern unter bestimmten Umständen (Konstellationen) durchaus mit heimischen Baumarten mischbar ist.