Analyse des Duftmusters der assoziierten Pilzflora von Xyloterus domesticus im Hinblick auf Einordnung des Chemismus am Stehend-/Liegendbefall der Rotbuche


Inst. für Forstzoologie, Uni Göttingen Az.: Göttingen 04/06

 

Zielsetzung:

Die Untersuchung befasst sich mit der Chemoökologie im Feld der Pilz-Insekt-Baum-Interaktion. In früheren Arbeiten, unter anderem im rheinland-pfälzisch – luxemburgischen INTERREG-Buchenprojekt, wurde festgestellt, dass stehende und gefällte Buchen in unterschiedlichen Zersetzungsstufen sehr vielfältige Duftstoffmuster abgeben, von denen einige Duftstoffe durch Xyloterus domesticus (Syn. Trypodendron domesticum)  erkannt werden können. Unklar blieb, in wie weit Pilze an diesem Duftstoffcocktail beteiligt sind.

 

Methoden:

In der vorliegenden Untersuchung wurden Reinkulturen des Ambrosiapilzes Ascoidea hylecoeti und der Bläuepilze Ceratocystis torulosa, Graphium penicilloides und Ophiostoma bacillisporum auf Malzagar, Buchenholz und Buchenholzrinde kultiviert, die abgegebenen Duftstoffe abgesaugt und gasgromatographisch/massenspektrometrisch analysiert.

 

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 181 verschiedene Duftstoffe detektiert, von denen 68 sicher identifiziert werden konnten. Die Duftstoffe variieren von Pilz zu Pilz und auch zwischen den Nährmedien erheblich. Der einzige Stoff, der von allen untersuchten Pilzarten auf allen Medien produziert wurde, ist Ethylanilin. Die Autoren vermuten, dass dieser Stoff für ein Insekt wie Xyloterus domesticus einen einfachen Art- und unspezifischen Marker für die generelle Pilzaktivität darstellen könne. Die einzigen in dieser Arbeit festgestellten Substanzen, die mit den von Xyloterus domesticus in früheren Untersuchungen als wahrnehmbar erkannten Stoffen übereinstimmen, sind die Aldehyde Nonanal und Decanal. Auch wenn diese Aldehyde ubiquitär sind, nehmen die Autoren an, dass das Pilzwachstum auf dem Holz zu einer steigenden Aldehydabgaberate führt. Sie schlagen eine weitere direkte Überprüfung der Pilzduftstoffe mittels GC-MS/EADA vor, um mögliche weitere Semiochemikalien zu erkennen. Auch wäre ihres Erachtens eine Übertragung der Laboruntersuchung auf ein Niveau unter realen Bedingungen notwendig.