Bakterien und Mangan im Cambium-nahen Bereich von Buchenstämmen mit Manganflecken


Inst. für Forstbotanik, Uni Göttingen Az.: Göttingen 03/06

 

Zielsetzung:

Aufklärung der Entstehungsursache von Buchenflecken.
These: Da das schwarze Zentrum des „Manganfleckes“, anders als bei den bislang in der Literatur beschriebenen Buchenflecken, mittig gegen das proliferierte Strahlgewebe durch eine suberinisierte Peridermschicht abgegrenzt ist, wird ein Erreger als Ursache vermutet (POLLE et al. 2005). Denkbar wären eventuell durch die Buchenwollschildlaus eingeschleppte Bakterien.

 

Methoden:

Untersuchungen zweier Buchenstammteile, davon einer mit typischen Flecken, der andere mit wenigen Flecken und zahlreichen verbräunten Streifen mittels:

A: Licht- und Fluoreszenzmikroskopie, Fluoroimager (Fluoreszenzlicht-Scanner), sowie Rasterelektronenmikroskopie.
B: Elementanalyse D.h. Mangangehalte von frisch gefällten Buchen untergliedert nach cambiumnahen und älteren „Manganfleck“


Ergebnisse:

A: Jüngste Flecken ließen keine Verletzung oder Infektionen erkennen. Dennoch werden sehr bald deutliche Reaktionen wie sie von Verletzungen oder Infektionen bekannt sind im Randbereich der Zellveränderungen sichtbar. Aus diesen Regionen konnten Bakterien isoliert werden die auch Buchenwollschildlausnestern isoliert wurden. Ein Eindringen durch Buchenwollschildlausstich erscheint somit möglich. Ein makroskopischer Nachweis steht jedoch aus.

B: Lediglich in den schwarzen Teilen der Flecken (Holz und Rinde) waren erhöhte Mangangehalte zu finden, die vermutlich auf MNO2 zurückzuführen sind.

Die Entstehungsursachen der Flecken ist somit weiterhin unklar. Mangan und Verletzungen sind unwahrscheinlich. Experimente könnten die Ursachen der Fleckenbildung weiter erhellen.
Kommt es zu allein unter Einfluss von Mangan zur Fleckenbildung, spielen Stichverletzungen oder Bakterienbefall eine Rolle oder müssen andere unbekannte Zellveränderungen vorhergegangen sein?