Die Auswirkungen des Douglasienanbaus auf die Vegetation der Naturwaldreservate „Grünberg“ (Pfälzerwald) und Eselskopf (Westeifel)


Inst. für Waldbau, Abt. I, Uni Göttingen Az.: Göttingen 03/05

 

Zielsetzung:

Ökologische Chancen und Risiken, die mit dem Anbau von Douglasie verbunden sind, werden sehr kontrovers diskutiert. Allerdings besitzen die Argumente häufig keine fundierte naturwissenschaftliche Grundlage. Daher sollen Untersuchungen der Vegetation in Douglasienrein- und Mischbeständen durchgeführt werden. Im Vergleich werden auch benachbarte Bestände ohne Douglasie als Hauptbaumart aufgenommen. Damit können Aussagen zu Diversität der Pflanzenarten in Douglasienbeständen getroffen werden.

 

Methode:

Die Untersuchungsbestände befinden sich in zwei Naturwaldreservaten (NWR) in der Westeifel (NWR) bzw. im Pfälzerwald. Die Kernflächen der NWR sind 97- und 104-jährige Douglasienbestände. Jeweils 1 ha dieser Kernflächen ist geräumt.

 

Ergebnisse:

Die Arten- und Strukturdiversität in den Douglasienrein- und -mischbeständen ist höher als in etwa gleichaltrigen und vergleichsweise naturnäheren Buchen-Hainbuchen-Traubeneichen-, Buchen- Kiefern- und Fichten-Buchen-Mischbeständen. Lediglich in einem Kiefernreinbestand ist die mittlere Anzahl vorkommender Pflanzenarten ähnlich hoch wie in den Douglasienbeständen.
Höhere Deckungsgrade der Buche in der Baumschule wirken sich negativ auf die Artendiversität aus. Da die Lichtzahlen der Bodenvegetation in diesen Beständen nicht niedriger sind als in den Douglasienbeständen, wird der Hauptgrund für geringere Artenzahlen in der verdämmend wirkenden Buchenlaubstreu vermutet. Auch in jüngeren Beständen kommen weniger Pflanzenarten vor.
In der Flora der untersuchten Douglasienbestände sind viele typische Waldarten vertreten. Anthropogene Einflüsse auf die Vegetation sind in diesen Beständen anhand der Hemerobiegrade nicht deutlicher erkennbar als in anderen Beständen.
Bislang kann die Douglasie in den beiden untersuchten NWR nicht als invasiv bezeichnet werden. Spontane Douglasienverjüngung kommt selbst in unmittelbarer Nachbarschaft zu Douglasien-Altbeständen nur sehr sporadisch vor.