Vitalitätsindikation bei Forstpflanzen


Institut für Forstbotanik, Uni Göttingen Az.: Göttingen 13/05

 

Zielsetzung:

Bei der Pflanzung von Jungbuchen aus der Baumschule kann es zu sehr hohen Ausfallraten kommen. Bereits kurze Exposition von Baumwurzeln an der Luft führt zu deutlicher Austriebsverzögerung. Die Inokulation mit Mykorrhiza und Hydrogel hat einen positiven Einfluss auf die Vitalität der Jungpflanzen, unabhängig davon, ob sie einen Pflanzschock erlitten haben oder nicht. Ziel der Untersuchung ist zu prüfen, ob die Anwendung von Mykorrhiza bzw. Hydrogel jeweils einzeln und in Kombination die negativen Effekte des Pflanzschocks mindern kann.

 

Methode:

2-jährige Buchen wurden im April mit reichlich Erde am Wurzelballen ausgegraben. In der Klimakammer wurden die dann wurzelnackten Pflanzen 2 und 6 Stunden trockengestresst. Dann wurden sie entweder ohne weiteren Zusatz sowie mit Hydrogel oder mit Mykorrhizapilz (Cenococcum geophilum) oder mit beiden zusammen gepflanzt.
Nach dem Pflanzen wurden die Buchen gegossen. Nach zwei Wochen wurde nicht mehr gegossen. Die Ernte der Buchen erfolgte im Herbst. Biochemische Parameter wurden mit TTC-Test und durch Zuckerbestimmung erhoben.

 

Ergebnisse:

Die Wasserverluste durch den Trockenstress betrugen ≈ 10% (bei 2 Stunden) und ≈ 16% (bei 6 Stunden) vor der Auspflanzung.
2 h bzw. 6h-Stress führte in allen Varianten zu deutlichen Austriebsverzögerungen. Zusätze führten auch bei der ungestressten Kontrollgruppe zu leichten Austriebsverzögerungen. Pilz-inokulierte Pflanzen trieben bei geringem Trockenstress deutlich schneller (ca. 14 Tage) aus als die entsprechenden nicht-inokulierten Pflanzen. Auch in der stark gestressten Variante trieben pilzinokulierte Pflanzen eher früher aus als nicht-inokulierte oder mit Hydrogel versetzte.
Die gestressten Bäume hatten teilweise nur eine geringe Zahl von Blättern, was als Vitalitätsindikator gewertet wird.
Zugabe von Hydrogel, Pilz oder beiden wirkte sich bei ungestressten Kontrollen stimulierend auf Bildung von Biomasse und Blattfläche aus. Ein starker Trockenstress ließ keine Unterschiede bei behandelten und unbehandelten Pflanzen erkennen. Bei geringem Stress führte nur die Kombination von Pilz und Hydrogel zu Biomasse – und Blattflächenzunahme.
Die reduktive Aktivität der Knospen nahm bereits bei leichtem Trockenstress deutlich ab.
Nach einer Vegetationsperiode zeigte sich kein Einfluss den Stress auf den Kohlehydratgehalt der Feinwurzeln.

 

Fazit

Auch nachträgliche Pilzinokulation wirkt sich bei geringem Trockenstress positiv auf die Vitalität der Buche aus. Hydrogel allein hatte in d.R. keinen positiven Effekt, aber in Kombination mit dem Mykorrizhapilz.