Waldbauliche Behandlung der Auewälder am Oberrhein unter besonderer Berücksichtigung der Stieleiche (Quercus robur L.)

Institut für Waldbau, Abt. I, Uni Göttingen Az.: Göttingen 02/ 04
 

Abschlussbericht:

Die Bewirtschaftung von Rhein-Auewäldern, insbesondere die der Hartholzaue, sieht sich vor das Problem gestellt, dass die Stieleiche auf vielen Standorten nicht ohne erhebliche Anstrengungen erhalten werden kann. Ziel des 1997 begonnenen Forschungsvorhabens war es, in Zusammenarbeit mit der forstlichen Praxis waldbauliche Verfahren zu entwickeln, mit denen sich der Stieleichenanteil erhöhen, zumindest aber erhalten lässt.

Das Arbeitsgebiet liegt im ursprünglichen Überschwemmungsgebiet des Rheins zwischen Karlsruhe und Speyer.

Der vorliegende Abschlussbericht des Forschungsvorhabens geht auf folgende Fragen ein:

  • wie wurden die Auewälder am Oberrhein in Vergangenheit und Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung der Stieleiche bewirtschaftet?
  • welche standörtlichen Besonderheiten kennzeichnen die Auewälder am Oberrhein, insbesondere im Untersuchungsgebiet?
  • welche Faktoren beeinflussen die Verjüngung der Stieleiche auf den Versuchsflächen?
  • wie reagieren Saatgut und Sämlinge der Stieleiche auf Überflutung?

Die umfangreichen empirischen Befunde werden zu Empfehlungen für die waldbauliche Behandlung verdichtet:

  • in der periodisch überstauten Überflutungsaue kann die Stieleiche nur durch sehr sorgfältige Pflanzung von Großpflanzen eingebracht werden, die allerdings je nach Hochwassersituation im Pflanzjahr hohe Ausfälle erleiden. Deshalb sollten Standorte der Überflutungsaue extensiv bewirtschaftet werden. Als künftige Bestockungsziele sollte eine Mischung aus Esche, Pappeln und Silberweide angestrebt werden.
  • in der Alt-Aue, die seit der Rheinkorrektur nicht mehr überflutet wird, ist die Verjüngung der Stieleiche durch Naturverjüngung, Saat und Pflanzung mit vertretbarem Aufwand möglich. Ständige Jungwuchspflege und Schutz gegen Verbiss sind erforderlich. Deshalb wird die künftige Bestockung von Esche und Ahorn sowie Hain- und Rotbuche dominiert werden.