Einfluss der Baumartenmischung auf Abundanzen forstrelevanter Lepidopteren – Vergleichende Untersuchung von Populationen der Frostspannerarten in Buchenreinbeständen und Buchen/Fichte-Mischbeständen des Sollings.

Institut für Forstzoologie und Waldschutz, Uni Göttingen
 Az.: Göttingen 13/ 04
 

Zielsetzung:

Mit der vorliegenden Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob Mischwälder aus Buche und Fichte gegenüber Insektenkalamitäten weniger gefährdet sind als vergleichbare Reinbestände beider Baumarten. Die untersuchten Arten der Frostspanner neigen in periodischen Abständen zu Massenvermehrungen mit der Folge, dass ganze Laubwaldbestände kahl gefressen werden.

Methoden:

Die 4 Probeflächen liegen paarweise (je ein Buchenreinbestand und ein Buchen-Fichten Mischbestand) benachbart im Solling in Höhenlagen zwischen 400 und 500 Meter und in der Altersspanne 128 (Fichte) bis 155 Jahre (Buche). Pro Untersuchungsfläche wurden 10 Buchen kontinuierlich beprobt, wobei Bäume am Bestandesrand oder an Forstwegen außer Betracht blieben.

Die Frostspannerpopulation wurde durch die Erfassung der weiblichen Tiere durch Leimringe untersucht. Im Zeitraum von 12.10. bis 20.12.2004 wurden die Probebäume wöchentlich auf Frostspannerweibchen kontrolliert. Da der Befallsdruck eines Baumes maßgeblich vom Ausmaß seiner Krone und seinem Durchmesser abhängig ist, wurde die Befallintensität auf den jeweiligen Stammumfang der Probebäume pro 1 Zentimeter umgerechnet.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden vier Arten der Frostspanner Gilde festgestellt und 11.582 weibliche  Frostspanner auf allen Untersuchungsflächen erfasst. In den beiden Buchenbeständen wurden die etwa dreifach höhere Menge an Frostspanner gefangen als in den beiden Mischbeständen. Mit 83 Prozent der gefangenen Individuen war der Buchenfrostspanner (OPEROPHTERA FAGATA Scharfenb.) ganz überwiegend, während Kleiner (11 Prozent) und Großer (2,5 Prozent) Frostspanner sowie der Orangegelbe Breitflügelspanner (3 Prozent) nachrangig vertreten waren.

Nimmt man als kritischen Wert für die potenzielle Gefährdung eines Baumes bei einem weiblichen Frostspanner pro 1 Zentimeter Stammumfang, so müssen die Probebäume in Buchenreinbeständen mit 2 beziehungsweise 5 Weibchen pro 1 Zentimeter als stark gefährdet gelten, während die Mischbestandsbuchen an der Gefährdungsschwelle liegen.