Parkettprodukte aus modifiziertem Kiefernholz

Institut für Holzbiologie u. Holztechnologie, Uni Göttingen, Az.: Göttingen 01/03

Zielsetzung:

Kiefernholz ist ein sehr gut verfügbares Material, das wegen des Aussehens von vielen Verbrauchern in der Wohnumgebung eingesetzt wird. Natürliches unbehandeltes Kiefernholz ist nicht für die Herstellung von Parkett geeignet, weil die Härte und der Abnutzungswiderstand dieser Holzart für die starke Beanspruchung im Fußbodenbereich zu gering  sind. Wenn es möglich wäre, mit einer Methode die Härte des Holzes zu erhöhen, würde sich auch für Kiefernholz die Anwendungsmöglichkeit im Parkettbereich eröffnen.
 
Methode:

Untersucht wurde Kiefernsplintholz, welches mit der Methode „Holzvernetzung“ durch 2 unterschiedliche Vernetzer behandelt wurde, um eine Verbesserung der Oberflächehärte zu erreichen. Zwei unterschiedliche Vernetzer der Gruppe N-Methylolharnstoff wurden für die Holzvernetzung eingesetzt. Ebenfalls untersucht wurde der Einfluss der Vernetzung bei Einsatz eines Katalysators zur Reaktion des Vernetzers mit dem Holz. Ausschlaggebend für die Anwendung im Parkettbereich ist die Brinellhärte des Materials quer zur Faser. Versuchsbedingt wurde nur die Brinellhärte parallel zur Faser gemessen. Die Brinellhärte parallel zur Faser ist von Natur aus deutlich höher als die quer zur Faser. Für Kiefernholz betragen die Werte ca. 40-42 N/mm² parallel und 14-23 N/mm² quer zur Faser (Zimmermann 1982).
 
Ergebnisse:

Die vorgestellten Untersuchungen zeigen deutlich, dass es mit Hilfe der Holzvernetzung möglich ist, die Oberflächenhärte von Kiefernsplintholz parallel zur Faser zu steigern. Die Verbesserungen der Härte sind abhängig von der Behandlung und können Werte von mehr als dem doppelten der unbehandelten Proben erreichen. Als besonders geeignet zeigte sich die Kombination aus Vernetzer A in Verbindung mit Magnesiumchlorid als Katalysator bei höheren Vernetzerkonzentrationen (Version 609). Ebenfalls verbessert wurde die Elastizität des Holzes Der Anteil der plastischen Verformung an der Gesamtverformung stieg von ca. 25% bei unbehandeltem Holz bis auf ca. 50% bei den Versionen 609, 707 und 708 an.
Um das Potential von vernetztem Kiefernholz für den Einsatz als Parkettholz zu belegen sollten weitere Untersuchungen über die Brinellhärte quer zur Faser, sowie den Einfluss des Vernetzers, der Temperatur und der Einbringmenge folgen.