Zum Wachstum von Eschen- und Bergahornsolitären (Fraxinus excelsior L., Acer pseudoplatanus L.)

Inst. für Waldwachstum, Uni Freiburg, Az.: 5V/02 g

  
Zielsetzung:

Die Kenntnis der grundlegenden Gesetzmäßigkeiten des konkurrenzfreien Wachstums von Esche und Bergahorn bietet als Extremwert eine Entscheidungsgrundlage für die Steuerung des Dickenwachstums. Es soll an Solitären der genannten Baumarten geprüft werden, ob die straffe statistische Berechnung zwischen Kronenbreite und Brusthöhendurchmesser (BHD) bestätigt werden kann.


Methode:

An 42 Buchen- und 32 Bergahornsolitären wurden stehend die Baumhöhe, der BHD, Kronenansatz und Kronenschirmfläche erhoben. Zusätzlich wurden Stammscheiben bzw. Bohrkerne gewonnen. Die Solitäre stammen aus den Niederlanden, Frankreich, England und Deutschland. Ausgewählt wurden nur solche Bäume, die keine Stammschädigung und keinen Schiefstand aufweisen und deren Kronenansatz auf 100% des Stammumfangs unter 5m Höhe am Schaft lag. Im Labor wurde der Radialzuwachs bzw. die Jahrringbreite gemessen. Der Kronenansatz lag an dem Untersuchungskollektiv im Bereich von 0,4 – 4,9m (Esche) bzw. 0,2 – 3,1m (Bergahorn) und der BHD im Bereich von 3,5 – 102,5cm (Esche) bzw. 2,0 – 132,0cm (Bergahorn). Die Daten wurden als unechte Wuchsreihe ausgewertet.


Ergebnisse:

Mit dem Modell zur Abschätzung der Kronenansatzhöhe von Solitären beider Baumarten konnte eine Untergrenze des Kronenansatzes bei konkurrenzfreiem Wachstum beschrieben werden. Es wurden keine signifikanten baumartspezifischen Unterschiede in der  Kronenansatzentwicklung von Solitären beider Baumarten beobachtet.
Die Kronenbreite von Solitären unterscheidet sich von derjenigen von Bestandesbäumen. Die Kronenbreitenentwicklung eilt bei solitär erwachsenden Eschen und Bergahornen deutlich der Entwicklung des Schaftdurchmessers voraus.
Die Kronenform von Solitären verändert sich im Zuge der Schaftdurchmesserentwicklung. Solitäre geringeren Schaftdurchmessers haben tendenziell spitzere Kronen als Solitäre mit höherem Durchmesser. Diese Beobachtung konnte für beide Baumarten bestätigt werden.
Bei Eschen- und Bergahornsolitären zeigte sich eine deutliche Standortsabhängigkeit des Dickenzuwachses. Da jedoch weniger Bergahornsolitäre von sehr guten Standorten in der Datengrundlage vorhanden waren, kann nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob die bei Bergahorn
solitären beobachteten niedrigeren jährlichen Dickenzuwächse standortbedingt sind oder mit baumartspezifischen Ursachen erklärt werden können.
Eine Altersabhängigkeit des Dickenzuwachses von Eschen- und Bergahornsolitären konnte mit dem vorhandenen Datenmaterial und den verwendeten Methoden nicht bestätigt werden.
Anhand der Zusammenhänge von Kronenbreite sowie Kronenansatzhöhe und Brusthöhendurchmesser konnten Dimensionsgrößen eines virtuellen Solitärbestandes berechnet werden. Damit kann nun eine absolute Grenze des Wachstums von Eschen- und Bergahornsolitären beschrieben werden.