Fichten-Zielstärkennutzung und Buchen-Voranbau im Forstamt Traben-Trarbach – Einflüsse des Fichten-Altholzschirmes auf das Wachstum junger Buchen und Fichten -

Institut für Waldbau, Uni Göttingen, Az.: 2V/01o

  
Zielsetzung:

Die Durchführung von passivem Buchen-Voranbau in Fichtenaltbeständen, die sich natürlich verjüngen, wirft folgende Fragen auf

  • Welche Überschirmungsverhältnisse werden von den gepflanzten Buchen toleriert und sind daher für einen Voranbau geeignet? Sind Nachlichtungen erforderlich
  • Wie lässt sich durch den Altbestandsschirm die Konkurrenz zwischen den jungen Buchen und Fichten steuern und ab welchem Auflichtungsgrad wird die Fichte vorwüchsig?


Methode:

In einem 95j Fichtenbestand befinden sich infolge Windwurf von Einzelbäumen und Baumgruppen aus den Jahren 1990 und 1994 Bestandeslücken unterschiedlichster Größe. Dazu sind im geschlossenen Bestand Buchen durch Saat und Pflanzung, mit und ohne Zaun, im aktiven Voranbau 1996 eingebracht worden. Daneben sind im passiven Voranbau 1996 Buchen in die entstandenen Bestandeslücken im Verband 3 x 1.5 in Gruppen gepflanzt (Größe 80 – 120 cm). Auf einer weiteren Teilfläche wird die Entwicklung der Fichten-Verjüngung beobachtet. Die durch Saat eingebrachten Buchen wurden je Saatplatz gezählt und die höchste Buche ermittelt. Von den ausgewählten gesäten Buchen und allen gepflanzten Buchen wurden Höhe, Länge der letzten 3 Jahrestriebe und der Wurzelhalsdurchmesser gemessen. Jeder Buche wurde die nächstmögliche konkurrierende Fichte zugeordnet und die gleichen Daten erhoben. Auf den Flächen ohne Buche wurde die Fichtennaturverjüngung repräsentativ erfasst. Über die Fläche verteilt wurden Fotos zur Strahlenmessung nach der Fish-Eye-Technik gemacht.
Aus diesen Fotos konnte die Überschirmung, der Diffuse-Site-Factor als Prozentsatz der maximal möglichen diffusen Strahlung und die photosynthetisch aktive Strahlung errechnet werden.

Ergebnisse:

  • Die durchschnittliche Länge der Jahrestriebe in den letzten 3 Jahren unterscheidet sich
    deutlich nach dem Diffuse-Site-Factor. Während die Fichte in der dunkelsten Klasse nur 43% der Trieblänge der Buche erreicht, steigt dieses Verhältnis schnell mit zunehmender Helligkeit und beträgt oberhalb von 40% rund 77%. Die Buche überwächst die Fichte in allen Bereichen deutlich.
  • Die Wurzelhalsdurchmesser beider Baumarten steigen mit zunehmender Beleuchtungs-stärke an.
    Der Schiefstand der Buche nimmt mit zunehmendem Strahlungsangebot exponentiell ab und ist oberhalb von 20% DIFFSF relativ konstant.
  • Zwischen dem Diffuse-Site-Factor und einer im Gelände ermittelten Überschirmung besteht ein befriedigender Zusammenhang. Für nicht überschirmte Bestandeslücken von rd. 30 m Durchmesser kann ein DIFFSF von mehr als 40% vorhergesagt werden. Vollständig überschirmte Bereiche besitzen einen DIFFSF von weniger als 20 Prozent.