Quantifizierung des Wasserhaushaltes von Laub-/Nadelholz-Mischbeständen zur Bestimmung des flächenbezogenen Wasserhaushaltes

Institut für Bodenkunde und Waldernährung, Uni Göttingen, Az.: 2V/01e


Zielsetzung:

Durch die gegenseitige Beeinflussung im Kronen- und Wurzelbereich und durch den laubfreien Zustand der Buchen in den Wintermonaten treten in Buchen/Fichten-Mischbeständen kleinräumige Heterogenitäten auf, die sich hinsichtlich des Wasserhaushaltes von Reinbeständen stark unterscheiden. Ziel der Studie ist es, des Wasserhaushalt von Buchen/Fichten-Mischbeständen zu beschreiben und Unterschiede zu Reinbeständen aufzuzeigen.


Methode:

In einem 120-jährigen Buchen/Fichten-Mischbestand im Solling wurden 2 Untersuchungsflächen angelegt, auf der einerseits eine Buche mit mehreren Fichten (Variante „Buche als Zentralbaum“) und andererseits eine Fichte mit mehreren Buchen (Variante „Fichte als Zentralbaum“) in unmittelbarer Konkurrenz steht. Die Einzelheiten der Methode sind in einem früheren Bericht (2000) beschrieben (z.B. wöchentliche Messung der Saugspannung, Niederschlagsverteilung, Stammabfluss, Kronenprojektionen, boden-physikalische Charakterisierung, Leitfähigkeit, Durchwurzelung).


Ergebnisse:

  • In der Vegetationszeit (April bis Oktober) war der Bestandesniederschlag (ohne  Stammabfluss) auf der Buchen-dominierten Fläche ( ca. 14%) stets höher als auf der Fichten-dominierten Fläche. Der mittlere Stammabfluss der Buche war vergleichsweise gering (4-12% bezogen auf den Freiflächenniederschlag).
  • Innerhalb der Fläche streute die Höhe der Kronentraufe räumlich erheblich. Durch die Berücksichtigung der Kronengröße konnte die Kronentraufe in Abhängigkeit vom Freiflächenniederschlag relativ gut beschrieben werden.
  • Oberhalb eines Niederschlagsereignisses von 10 bis 15 mm erreicht die Interzeption eine konstante Größe, ihr Einfluss nimmt mit ansteigender Niederschlagsmenge relativ ab.
  • Die Verteilung des Matrixpotenzials im Boden kann in erster Linie als Funktion der Verteilung der Niederschlagsmenge und der Durchwurzelungsintensität (Wasseraufnahme) gesehen werden. Gegenwärtig wird untersucht, ob die Verläufe der Matrixpotenziale unter unterschiedlichen Überschirmungen ein verändertes Muster aufweisen.