Untersuchung zur Veränderung des Rotkerns in Buchenholzfurnier unter Lichteinfluss

Institut für Holzbiologie u. Holztechnologie, Uni Göttingen, Az.: 13V/00 e


Zielsetzung:

Während rotkerniges Buchenholz bei industrieller Serienfertigung in der Möbelindustrie wegen sehr unterschiedlichem Erscheinungsbild kaum auf Interesse stößt, kann diese Vielfalt an Verfärbungen und Strukturen z.B. bei handwerklicher Einzelfertigung von Möbeln, Treppen oder Innenausbau einen besonderen Reiz darstellen. Wichtig ist dabei die Schaffung lichtstabiler Holzoberflächen, um das allmähliche Verblassen des Buchenrotkerns bei Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Ziel des Vorhabens ist es, mögliche Ursachen der chemischen Veränderungen rotkernigen Holzes bzw. daraus hergestellter Furniere unter Lichteinfluss zu ermitteln und damit Lösungsansätze für lichtstabile Holzoberflächen aufzuzeigen.


Material und Methoden:

An rotkernigen und rotkernfreien Furnierblättern, die als Schälfurnier aus gedämpften Buchenholz erzeugt wurden, wurden bestimmt:
­       - der lipophile Extraktstoffgehalt
­       - der Gehalt an Heißwasserextrakten
­       - der PH-Wert sowie
­       - die alkalische Pufferkapazität der kaltwässrigen Extrakte
Ausgewählte rotkernige und rotkernfreie Furnierblätter wurden zum Teil abgedeckt, zum Teil mit einer der natürlichen Sonnenstrahlung weitgehend ähnlichen Lichtquelle bestrahlt. Die einwirkende Bestrahlungsstärke entsprach im wesentlichen der natürlichen mittäglichen Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche an einem sonnigen Junitag. Die Furnierblätter wurden Belichtungszeiten von 24 Stunden und 48 Stunden ausgesetzt.


Ergebnisse:

Unter Lichteinwirkung finden an Buchen-Splintholzfurnieren und rotkernigen Furnieren physikalische und chemische Veränderungen statt, deren zufolge der PH-Wert der Splintholzfurniere und rotkernigen Furniere abnimmt. Die alkalische Pufferkapazität der rotkernigen Buchenfurniere und Splintholzfurniere steigt unter Lichteinwirkung an. Die chemischen Vorgänge äußern sich in einer Erhöhung der lipophilen Extraktstoffe sowie in einer Absenkung der hydrophilen wasserlöslichen Extraktstoffmengen. Die Ergebnisse können als Hinweis darauf bewertet werden, dass während einer Belichtung im Holz sowohl Licht induzierte Abbauvorgänge als auch photochemische Polymerisationsvorgänge vonstatten gehen.
Die Untersuchungen sollen in einem Folgevorhaben fortgesetzt werden, um die Natur der Abbauprodukte festzustellen und Möglichkeiten der Abbauverminderung auszuloten