In rheinland-pfälzischen Wäldern treten eine Anzahl eingewanderter Organismen, sogenannter Neobiota, auf. Das sind nicht heimische Pflanzen (Neophyten) oder Tierarten (Neozoen), die im Zuge der Globalisierung oder durch aktives oder unbeabsichtigtes Ausbringen durch den Menschen in die heimische Natur gelangt sind. Ihr Einfluss auf die Ökosysteme, insbesondere  ihre  Invasivität (ökologisches, ökonomisches oder gesundheitliches Gefahrenpotenzial) ist je nach Art unterschiedlich zu beurteilen.

Neophyten treten wegen ihres in der Regel großen Lichtbedarfs besonders häufig entlang von Störungsflächen und an Gewässerläufen auf. Von großer  Bedeutung sind unter den Baumarten die Spätblühende Traubenkirsche und bei den krautigen Pflanzen  das Indische Springkraut, die Herkulesstaude, Japan- und Sachalin-Knöterich und deren Hybride sowie in den letzten Jahren verstärkt die Kermesbeere. Solche Arten stehen in teilweise begründetem Verdacht, die heimischen Pflanzenarten zu verdrängen oder Gesundheitsschäden zu verursachen.

Bei den Neozoen sind in Waldökosystemen vorrangig einige Insektenarten (z. B.  Miniermotten) als Baumschädlinge von Bedeutung. Besonders prominent dürfte jedoch der aus Nordamerika stammende Waschbär sein.