Ganz überwiegend werden Pflanzen auf vegetativem Wege herangezogen. Anders als bei der generativen Vermehrung über Samen, wozu  Mutter und Vater ihr Erbgut beisteuern,  wird bei der vegetativen nur ein Steck-/ oder Pfropfreiser gewonnen, aus dem ein mit dem Mutterbaum genetisch identischer Baum erwächst. Die gewünschten genetischen Eigenschaften (Wuchsleistung, Wuchsform) bleiben so vollständig erhalten. Als Besonderheit behält solch ein Reiser sein Alter bei. Wird beispielsweise ein Reiser von einem 80 jährigen Baum abgeschnitten und auf eine Unterlage gepfropft, entsteht daraus ein kleiner Baum, der physiologisch 80 Jahre ist und sofort blühen kann, während man bei aus Samen gezogenen Pflanzen oftmals 30-40 Jahre warten muss, bis sie zum ersten Mal fruktifizieren. Das ist bei dem Aufbau von Samenplantagen von entscheidender Bedeutung. Im Pflanzgarten am Antonihof werden bis zu 4.000 Pfropfungen pro Jahr durchgeführt und ca. 5000  Stecklinge von z.B. Eibe oder Wachholder speziell zur  Generhaltung gesteckt.