Unsere Wälder sind komplexe und weitestgehend natürliche Ökosyteme, in denen ständig Veränderungsprozesse  in zeitlichen oder räumlichen Dimensionen ablaufen. Es herrscht ein ständiger Konkurrenz- und Überlebenskampf. Wer sich nicht anpassen kann, hat keine Zukunft.   Dieses scheinbare Chaos folgt aber bestimmten Spielregeln. Die Waldwachtumskunde  beschäftigt sich mit diesen Spielregeln und wie sie sich die natürlichen Abläufe zu Nutze machen kann. Es geht um die Fragen, warum und wie wächst der Wald und wie kann man die dynamischen Prozesse mit welchen Mitteln in Sinne einer optimieren, aber schonenden Nutzung beeinflussen.

Dies setzt umfangreiche und langwierige Untersuchungen voraus, denn anders als beim Landwirt werden die Ergebnisse von Entscheidungen nicht schon nach einem Jahr sicht- und spürbar, sondern im Wald werden die Ergebnisse erst nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten erkennbar. Und über die ganze Zeit, über Förstergenerationen hinweg, muss das Ziel konsequent verfolgt werden, sonst waren die Mühen des Vorgängers vergebens. 

Die Waldwachtumskunde  untersucht auf zahlreichen Versuchsflächen in Rheinland-Pfalz, wie sich die in einem Versuchskonzept definierten Eingriffe in die Waldbestände mittel- und langfristig auswirken. Dazu werden die Versuchsbäume vor und nach den Eingriffen gemessen und die qualitative Entwicklung dokumentiert. Nach Jahren oder Jahrzehnten der Beobachtung können dann Rückschlüsse gezogen werden, die über waldbauliche Empfehlungen landesweite Verbreitung finden.