Heute findet man in Rheinland-Pfalz fast ausschließlich Wirtschaftswälder. Nur an wenigen Stellen, wie z.B. in extrem steilen Seitentälern der Mosel mögen Relikte von unbeeinflussten Wäldern überdauert haben.

Wirtschaftswälder zeichnen sich dadurch aus, dass hier der Mensch Einfluss auf die Waldentwicklung genommen hat, um für sich einen wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen.  Früher waren die Eingriffe radikaler.  Doch die heutige naturnahe Waldwirtschaft versucht natürliche Prozesse sanft zu nutzen, um möglichst effizient das Hauptprodukt des Waldes: das Holz nachhaltig und planmäßig zu erzeugen. Dazu bedient sich die Waldbewirtschaftung der Erkenntnisse aus Waldbau, Waldwachstum und Forstlicher Planung, die durch Informationen zum Holzmarkt, zur Lagerung und zur Bioenergie ergänzt werden. Für Risiken (z.B. Sturm) oder Schäden durch Wild oder Insekten muss sie eine Antwort finden, um letztendlich erfolgreich zu sein.

Wie sich Wälder und ihre Artengemeinschaften mit und ohne Bewirtschaftung entwickeln können, erforschen und untersuchen wir gezielt in den übers ganze Land verteilten Naturwaldreservaten und ihren bewirtschafteten Vergleichsflächen. Daher wissen wir auch um die große Bedeutung mächtiger, alter und auch abgestorbener Bäume als Lebensraum für viele spezialisierte Arten, weshalb auch im bewirtschafteten Wald ein Totholzkonzept (BAT) umgesetzt wird.