Wildtiere sind bedeutsame Bestandteile der Waldlebensgemeinschaften. Uns interessiert dabei der Einfluss von Wildtierpopulationen auf andere Elemente der Waldökosysteme oder auf bestimmte Waldfunktionen. Der Wald muss zumeist verschiedene Aufgaben auf identischer Fläche erfüllen. Beispielsweise sollen Wälder gleichermaßen Erholungsraum, Schutzgebiet, Holzproduktionsstandort und Jagdfläche sein.

Die großen, zumeist dem Jagdrecht unterliegenden Säugetierarten wie Rotwild, Rehwild und Schwarzwild (Wildschweine)sind hier von besonderer Relevanz. Sie repräsentieren für viele Waldbesuchende Wildnis oder Natur pur. Sie können in Abhängigkeit von ihrer Populationsdichte forstwirtschaftliche Zielsetzungen gefährden. Für den Jäger sind sie eine begehrte Beute. Aus den verschiedenen Ansprüchen des Menschen als Waldbesitzender, Förster, Jäger oder Erholung Suchender können Interessenskonflikte entstehen und daraus ein Bedürfnis nach belastbarem, faktenbasiertem Wissen zur Konfliktlösung.

Ziel der wildökologischen Forschung ist es daher, das Verständnis der Wechselwirkungen der großen, aber meist scheuen Waldbewohner mit ihrem Lebensraum für alle am Wald und seinen Bewohnern interessierten Menschen zu verbessern und und daraus Lösungen zur praktischen Umsetzung abzuleiten.