1. Haupteinsatzgebiet ausgebildeter Baumsteiger ist das Besteigen stehender Stämme zwecks Saatguternte mit dem Ziel der Bereitstellung qualitativ hochwertigen, herkunftsgesicherten Vermehrungsgutes. 

2. Ein in den letzten Jahren stark angewachsener weiterer Einsatzbereich stellt die Steigetätigkeit für wissenschaftliche Forschungsbereiche dar. Hierbei sind vor allem Blatt-/Nadelprobennahmen im Zuge des Forstlichen Umweltmonitorings aber auch für morphologische und biologisch-chemische Untersuchungen aufzuführen.
Ebenso hat die Pfropfreisergewinnung von seltenen oder besonders wertvollen Baumartenvorkommen stark an Bedeutung gewonnen, welche der Anlage von Samenplantagen und Klonsammlungen insbesondere im Rahmen der Erhaltung forstlicher Genressourcen dient. 

3. Der Arbeitsbereich der Wipfelköpfung, welcher das Kürzen der Baumkrone zwecks Erhöhung der Stabilität der betroffenen Stämme sowie dahinterstockender Bestände umfaßt, stellt in der heutigen Zeit nur noch eine Ausnahmeform der Baumsteigetätigkeit dar. 

4. Forstbetriebsinterne Steigetätigkeiten werden bei der Wertastung, dem Aufbau von Seilkrananlagen oder sonstigen Arbeiten, wie Herraussägen morschen Astwerks aus Kronen, Riggen im Zuge von Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt.

5. Als letzter Arbeitsbereich, welcher vorwiegend von privater Unternehmerseite abgedeckt wird, ist die Baumchirurgie/-pflege zur Sanierung besonders erhaltungswürdiger Einzelbäume ( Naturdenkmäler, Alleebäume ) zu nennen. 

In Zusammenarbeit zwischen Forstlichem Bildungszentrum und FAWF wurden bis 2005 fünftägige Fortbildungskurse "Grundlagen des Baumsteigens" (Eisen,-Leiter,-Veloeinsatz; Grundlagen Speleo) für Forstwirte und Forstwirtschaftsmeister angeboten. Mittlerweile werden bei zertifizierten Ausbildungsstätten Spezialseilkletterkurse (SKT A und B) absolviert.

Derzeit stehen in Rheinland-Pfalz 10 ausgebildete staatliche Steiger zur Verfügung.