Mit der Eröffnung des Antonihofes 2010 wurden die bisherigen drei Standorte in Rheinland-Pfalz, die sich mit der Erhaltung forstlicher Genressourcen befasst haben, an einem Ort zusammengeführt. 

Diese drei Standorte waren:
Rothenbergerhof im Forstamt Kastellaun. 
Ursprünglich wurde der Rothenbergerhof als Stecklingsvermehrungsanlage für Fichten eingerichtet, in der schneebruchresistente Fichten für die Mittelgebirge produziert wurden.
Nachdem die teuren Fichtenstecklinge von der Praxis nicht mehr nachgefragt wurden und sich die Waldbaukonzeption zur naturnahen Bewirtschaftung der Wälder entwickelte, wurden die vorhandenen Gewächshäuser mit den Sprühnebelanlagen zur Stecklingsvermehrung seltener Baum- und Straucharten zum Aufbau von Generhaltungssamengärten sowie zur Vermehrung seltener Gehölzarten genutzt. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der 1984 gegründeten Forstlichen- Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz und dem Forstamt Kastellaun.

Pflanzgarten Antonihof der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF).
War der Rothenbergerhof das Stecklingsvermehrungszentrum für die Anlage von Generhaltungssamengärten, so war der Antonihof das Zentrum für Pfropfungen. 
Pro Jahr werden auf dem Antonihof ca. 8000 Pfropfungen für die Anlage von Generhaltungssamengärten durchgeführt.
Neben der der Vermehrung und Anzucht seltener Baum- und Straucharten zur Generhaltung werden auch Sämlinge für nationale und internationale Herkunftsversuche sowie für eigene Versuche der FAWF angezogen.

Staatliche Samenklenge Elmstein

Die Entstehung der ehemaligen Samenklenge Elmstein steht im direkten Zusammenhang mit dem vermehrten Anbau von Kiefer und anderen Nadelhölzern im Pfälzerwald.

Die natürliche Waldgesellschaft in diesem Waldgebiet ist der Buchenwald. Nur auf wenigen extremen  Standorten (Mooren / armen Standorten) war die Kiefer natürlich vorhanden. Der steigende Holzbedarf im 18. und 19. Jahrhundert führte zu einem Wandel in der Waldbewirtschaftung. Das Laubholz wurde durch schneller wachsende Nadelbaumarten ersetzt. 

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts werden die ersten Kiefern-Saaten erwähnt (1738 im Reichswald bei Kaiserslautern). In den folgenden Jahren stieg der Kiefernsaatgutbedarf stetig an. Das Saatgut wurde von Händlern aus dem Darmstädter Raum bezogen, wo die ersten Klengbetriebe entstanden waren. Auf die Herkünfte wurde damals kein Wert gelegt, man kaufte, was gerade auf dem Markt zu bekommen war.

Im Jahr 1793 kam das Gebiet der Pfalz unter französische Herrschaft. Damit änderte sich die Waldbewirtschaftungsform drastisch. Nach französischem Vorbild wurde das Holz stehend in großen Schlägen (Coupen) verkauft bzw. versteigert. Der Käufer war verpflichtet, die entstandene Kahlfläche nach kurzer landwirtschaftlicher Nutzung wieder mit Forstpflanzen zu bestocken. Dies geschah über die Saat. Die Saatgutbeschaffung oblag ebenfalls dem Käufer. Dies führte zu einem erheblichen Anstieg des Saatgutbedarfs, so dass erste private Klengen in der Pfalz errichtet wurden.

1797 wurde die erste private Klenge (Darre) in Kaiserslautern durch Forstmeister Rettig errichtet. Diese Klenge lieferte in den Jahren 1804 – 1813:

101 377 Pfund Kiefernsamen
  15 092 Pfund Fichtensamen
      637 Pfund Lärchensamen

In den folgenden Jahren gründete Rettig noch in anderen Orten der Pfalz Darren (z.B. Rodenbach, Fischbach) und hatte damit in dem Gebiet der  Pfalz ein gewisses Monopol.

Nach Abzug der Franzosen im Jahre 1813 übernahm Oberforstmeister Schultz die Verwaltung der Pfälzer Wälder. Um das Saatgut- Monopol von Rettig zu brechen, gründete er 1815 die ersten Staatlichen Darren in Elmstein und Jaegerthal. 1817 wurde die kleinere Darre in Elmstein wieder geschlossen. Später auch die im Jaegerthal.


1913 wurde die Elmsteiner Klenge in den ehemaligen Stallungen des Churfürstlichen Gasthofes (dem  späteren Triftamt) durch den Leiter des Forstamtes Elmstein-Süd, Forstmeister Stamminger, errichtet. 
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Bedeutung der richtigen Herkunft bei der Neuanlage von Wäldern erkannt und es war die Aufgabe der Klenge, die bayerische Pfalz mit herkunftsgesichertem Saatgut zu versorgen, hauptsächlich Nadelholzsaatgut.

Nach den großen Orkanen Ende der 1980 Jahre wurde der Waldbau grundlegend geändert, weg von Kahlhieben und Nadelholzkulturen hin zu naturnäheren Waldbewirtschaftungsformen mit Naturverjüngungen und Erhöhung des Laubholzanteils. Dies führte auch zu veränderten Anforderungen an die Klenge. Schwerpunkte der Aktivitäten waren nun die Ernte und Aufbereitung von Laubholzsamen. Der Bedarf an Nadelholzsamen nahm rapide ab.

Nach Auflösung des Forstamtes Elmstein in 2004  wird die Klenge Elmstein an die FAWF, Abt. Genressourcen und Forstpflanzenerzeugung angegliedert. Die Klenge arbeitete schon vorher bei der Erhaltung und Vermehrung seltener Baumarten sehr eng mit dieser Einrichtung  zusammen.

2010 erfolgtedie Gründung des Forstlichen Genressourchenzentrums Rheinland-Pfalz, Antonihof und der Umzug der Klenge von Elmstein zum Antonihof.